Mai 27, 2020

Markus Flicker Fotografie // Bildbearbeitung // Workshops // Reisen // Blog

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Autofahren im Ausland

Autofahren im Ausland

Autofahren im Ausland

… oder: andere Länder, andere Sitten…

Über YouTube wurde ich angeschrieben, wie denn so das Autofahren im Süden sei. Eine Autofahrt nach Piran wäre angestanden, doch jetzt fährt sie doch lieber mit dem Bus. Sie ist einmal in Italien mit dem Auto gefahren und das war der mega Schock. Im Bus fühlte sie sich sicherer und das hat sie dann auch gemacht…

Eigentlich wollte ich zurückschreiben, dass das alles kein Problem und total easy sei, doch dann erinnerte ich mich an meine ersten Erlebnisse im Ausland und konnte ihr nur zustimmen.

Habe es schon ganz verdrängt, wie spannend und aufregend die ersten Reisen in einem und vor allem dann dem eigenen Fahrzeug sein können…

Achtung: Es gilt immer die STVO!!!!! 😉 In anderen Ländern wohl eher KTSVO genannt – das K steht dabei für Kreativ 😉

Das erste Mal, vor über zehn Jahren, wurde ich mit dem Transferbus vom Flughafen auf Samos (Griechenland) zum Hotel gefahren. Knapp 30 Minuten Reisezeit. Zu Anbeginn der Reise war klar, dass in dieser Woche die Insel mit dem Auto oder dem Moped erkundet wird. Nach dieser Busfahrt sah die Welt ganz anders aus!

Der Bus war bei uns in den 80ern sicher top modern, mittlerweile sind halt doch schon ein paar Jahre vergangen und er hatte „leichte“ Gebrauchsspuren. Abgesehen von den Kratzern, war die Hinterachse vielleicht noch irgendwo am Bus befestigt, bewegte sich sonst allerdings relativ frei in den Kurven mit. Geschwindigkeitsbegrenzungen waren eher der Hinweis, dass vielleicht jemand langsamer fahren könnte und doppelte Sperrlinien war geradezu eine Einladung zum Überholen. Stopptafeln wurden konsequent ignoriert und Ampeln sorgten nur für eine bunte Abendbeleuchtung.

Als er dann vor einer Einbahnstraße stand, wo links und rechts Autos parkten, hatte ich dann schon so ein ungutes Gefühl. Er hupte kurz und wartete, er hupte ein zweites Mal und wartete, er hupte ein drittes Mal und fuhr los. Sämtliche Außenspiegel, welche nicht eingeklappt waren, waren von nun an Geschichte.

Nach dieser Busfahrt war vollkommen klar, dass das Mietauto auf der ToDo Liste für diese Woche gestrichen wurde. Im Laufe der Woche wurde das Bild des klassischen Autofahrers nicht gerade besser. Die 30er Zone im Ortsgebiet ermutigte eher die Einheimischen dazu, ihre Sportwagen auszuprobieren und nebenbei noch gemütlich die Polizei zu grüßen, während diese gemütlich einen Kaffee trank. Als Österreicher vollkommen unverständlich!!!!! Diese Woche war schock genug.

Durch die Sportfotografie kam ich dann Jahre später öfters über die Grenzen Richtung Slowenien und Italien. Mit jedem Besuch wurde das Fahren eines Autos in diesen Ländern zur Normalität. Naja, normal ist relativ… 😉

Die erste Reise nach Portoroz verlief über Italien. Als ich in der 30er Zone mit ca. 50 (Einspurig) von der Polizei überholt wurde – ohne Blaulichteinsatz – und dabei noch als Tourist angezwinkert wurde – wurde mir auch etwas anders. Auf einer Bundesstraße mit 70 wurde ich fast von einem LKW verräumt – dieser hatte es eilig – dachte ich zumindest damals – genau genommen war die Straße frei und schnelleres, gemütliches Fahren war locker möglich, ist doch egal was da auf den Tafeln neben der Straße so steht…

Zwei Jahre darauf war das alles ganz normal. Erst als eine Bekannte mit nach Udine fuhr, wurden mir die Anfänge wieder bewusst. Schon bei der Abreise sagt ich ihr, sie soll sich entspannen und mich einfach fahren lassen. Die Antwort war ganz lässig und locker „Na klar, bin doch kein Angsthase!“ Das änderte sich allerdings schlagartig, als wir in die Innenstadt kamen und bei einer zweispurigen Straße – laut Bodenmarkierung – an einem Bus vorbei fuhr und mich auf der linken Seite noch ein Bus überholte. Es war zwar ein bisschen eng, doch mit eingeklappten Seitenspiegeln waren dann doch noch ein oder zwei Zentimeter Platz.

Die fahrt ging weiter Richtung Hotel und aus einem einspurigen Kreisverkehr werden halt mal zur Stoßzeit drei Spuren. Ich parkte das Auto ein und sagte zur Reisebegleitung: „So, wir sind da…“

Im selben Moment, als ich zu ihr rüber blickte, musste ich auch schon laut lachen. Es tut mir heute noch leid – ich schwöre – ich hab sie nicht ausgelacht!!!!

Sie saß schweißgebadet auf der Beifahrerseite und ihre Handabdrücke habe ich heute noch im Sitz 😉 Nach einiger Zeit kam nur aus ihrem Mund „Die sind alle verrückt!!!! Wie fahren die denn blos Auto?!“ „Ganz normal“ sagte ich, geht sich doch eh alles aus. Die fahren halt alle so, wie sie gerade Platz haben und wie es der Verkehr zulässt…

Also, Fazit… Halte dich an die Straßenverkehrsordnung und fließe einfach mit dem Verkehr mit. Mit etwas Übung und langsamen herantasten, ist eine Reise im Ausland mt der Zeit ganz entspannt 😉

PS: Italien und Slowenien sind sehr gut Beschildert, in Ungarn erkennt man Ortstafeln oft gar nicht. Und wegen der Strafen – tja – auch hier gibt es wesentliche Unterschiede… In Ungarn fängt eine Geschwindigkeitsübertretung im Ortsgebiet bei 300 € an…

Und falls sich bei deinem Auto die Spiegel einklappen lassen, mach das auch! 😉

Foto von Alin Olariu von Pexels

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